Biwaksack

Was ist ein Biwaksack? (Und wie wird er verwendet?)

Wenn es darauf ankommt sich in der Natur über Nacht vor den Elementen zu schützen, hat man viele Möglichkeiten. Die offensichtliche und bekannteste Lösung ist natürlich das Zelt, aber es gibt noch viele andere Optionen, die oft sogar weniger wiegen als ein Zelt, wie der Biwaksack.

Was ist Biwakieren?

Biwakieren bedeutet eigentlich nichts anderes als im Freien übernachten ohne Zelt – egal ob unter freiem Himmel, in einer aus Naturmaterialien selbstgebauten Unterkunft oder im Biwak. Der Unterschied zum Zelten/Campen ist (neben das kein Zelt zum Einsatz kommt) die Anzahl der Nächte die man auf einem Fleck verbringt. Geht es beim Zelten/Campen oft um mehrere Nächte, ist beim Biwakieren oft nur eine einzige Übernachtung gemeint.

 

Was ist ein Biwaksack?

Wie der Name schon sagt, ist der Biwaksack ein Sack, der dich vor den Elementen wie Wind, Kälte und Regen schützt. Der Sack besteht meist aus einem wasserdichten Gewebe (meist Nylon) an der Unterseite und einer wasserdichten (und möglichst atmungsaktiven) Oberseite. Der Biwaksack wird beim Biwakieren über den normalen Schlafsack gezogen und wenn es sich vom Platz her ausgeht, kann auch noch die Schlafmatte mit reingelegt werden. Im Biwaksack entsteht ein Luftpolster zwischen dem Biwak und dem Schlafsack, dass für die nötige wärme sorgt. Wie die meisten Schlafsäcke, lässt sich der Biwaksack bis auf das Gesicht schließen, wobei manche Modelle sogar komplett geschlossen werden können (wie ein mini-Zelt).

 

Notfall vs. geplantes Biwakieren

Ein Biwaksack gehört zur Notfallausrüstung eines jeden Bergsteigers, Alpin-Kletterers oder Skitourengehers (und eigentlich auch jeden Bergwanderers). Meist verschwindet der Biwaksack jedoch als erstes in den Rucksack und kommt als letztes wieder raus. Unbenutzt versteht sich, denn der Biwaksack dient in diesem Fall eben nur dem Notfall. In diesem Artikel ist aber nicht nur die Rede von Notfall Situationen, sonder es geht hier auch um das geplante Biwakieren – aus reiner Freude am Schlafen unter den Sternen.

Bei der Wahl eines Biwaksacks ist es wichtig in betracht zu ziehen ob du den Biwaksack nur für den Notfall brauchst, oder ob du öfter eine Nacht unter freiem Himmel planst. Welches Modell für dich in Frage kommt, musst du für dich entscheiden. Ich persönlich verwende einen Notfall Biwaksack der ruhig öfter genutzt werden kann ohne das er gleich auseinander fällt, aber gleichzeitig das Budget nicht sprengt. Den Biwaksack kann man generell in 3 Kategorien unterteilen: den Notfall Biwaksack, der Biwaksack und der Biwaksack mit Gestänge.

 

Notfall Biwaksack

Notfall Biwaksack Die billigste Kategorie ist der Notfall Biwaksack – oft nichts weiter als ein Plastik „Überlebensbeutel“. Diese Säcke kosten nur ein paar Euro und sind völlig Wasser- und Winddicht. Allerdings atmen sie nicht, was bedeutet, dass die Feuchtigkeit, die du während des Schlafes abgibst, sich im Inneren ansammelt. Somit besteht die Chance, dass du morgens in einer Pfütze aufwachst.

Preis ab € 10,-

 

Biwaksack

Wo die Notfall Biwaksäcke nicht mehr als eine veredelte Rettungsdecke sind, haben die „standard“ Biwaksäcke eine wesentliche längere Haltbarkeit. Sie Punkten aber vor allem mit einer guten Atmungsaktivität, auch wenn Kondensation im Biwaksack bei keinem Modell komplett ausgeschlossen werden kann. Die günstigeren Varianten fangen bei € 50,- an, die besseren Modelle kosten aber so um die € 100,-.

 

 

Biwaksack mit Gestänge

Biwaksack
Die luxuriöse Variante des Biwaksacks hat ein Gestänge bzw. eine Stange, die dafür sorgt, dass man etwas mehr „Kopffreiheit“ hat. Vor allem, wenn man durch Nässe oder Kälte gezwungen ist den Biwaksack komplett zu schließen. Die ersten paar Mal ist es schon ein wenig klaustrophobisch, aber man gewöhnt sich schnell daran. Diese Formgebung ermöglicht zusätzlichen einen besseren Luftstrom, der die Kondensation reduziert.

Preis ab € 200,-

 

 

Biwaksack vs. Zelt

Vorteile

1. Gewicht

Im Vergleich zum Zelt, ist ein Biwaksack wesentlich leichter. Die einfachen Modelle wiegen nicht mehr als 150 g. Wer also wenig schleppen will, ist mit dem Biwaksack klar im Vorteil.

2. Schlafplatz

Kennst du diesen Moment, wenn du Abends dein Zelt aufbauen willst, aber keinen geeigneten Platz findest? Entweder der Boden ist zu hart für die Heringe oder es gibt keine Flache Stelle groß genug für dein Zelt. Mit dem Biwaksack alles kein Problem – einfach ausrollen und reinlegen. Du brauchst nur einen Platz der Größe deiner Schlafmatte.

3. Kleines Packmaß

Klein und handlich – ein Biwaksack passt in jeden Rucksack.

4. Kuschelig

Der Biwaksack spendet in der Regel mehr Wärme als ein Zelt. So hat man nicht nur ein kleines Packmaß, aber braucht auch weniger Ausrüstung zum Warm bleiben (z.B. einen dünneren Schlafsack).

5. Die 3S – Sonnenuntergang,  Sterne, Sonnenaufgang

So lange es nicht gerade bewölkt ist, hast du definitiv die beste Aussicht. Kein langweiliges Zelttuch, sondern 360°-Kino jedes Mal, wenn du die Augen öffnest.

6. Frische Luft

Riechst du die frische Bergluft? Das gibt es nur draußen. Im Zelt müffelt es gerne mal, vor allem wenn man nicht alleine im Zelt liegt. Aber im Biwaksack hat man die Nase immer draußen.

7. Kondensation

Normalerweise würde ich Kondensation nicht gerade als positive Eigenschaft werten. Aber wenn ich den Biwaksack mit meinem Zelt vergleich, dann ist der Biwaksack morgens wesentlich schneller trocken und eingepackt als mein Zelt.

8. Notfall

Verlässliche Unterkunft in einer Notlage – der „ich hoffe ich werde ihn nie brauchen“-Schutz für abenteuerliche Tagesausflüge.

 

Nachteile

1. Privatsphäre

Gibt es nicht. Versuch dich mal umzuziehen, aufzufrischen oder einfach zurück zu ziehen ohne, dass es gleich das ganze Camp mitbekommt – Fehlanzeige.

2. Rein und raus

Das rein- und rausschlüpfen ist beim Biwaksack nicht gerade einfach und benötigt etwas Übung. Wer jetzt also nicht gerade ein flexibler Yogi ist, sollte sich auf etwas rumgezappel bereit machen.

3. Regentage

Wahrscheinlich der größte Nachteil eines Biwaksacks – man muss alles aufbauen und einrichten im Regen. Und versuch dich erst mal aus deinen nassen Klamotten zu befreien, wenn es in strömen schüttet. Hauptgrund, warum ich immer ausführlich den Wetterbericht studiere, wenn es mich wieder für eine Nacht ins freie verschlägt. Ist die Vorhersage Regen, dann kommt das Zelt mit.

4. Kondensation

Bei feuchter Luft besteht die Chance, dass man morgens eine Pfütze im Biwaksack vorfindet. Wenn man aber Pech hat, ist der Schlafsack über Nacht bereits so voll mit Wasser gesogen, dass er seine isolierende und wärmende Eigenschaften verliert. Je Atmungsaktiver das Obermaterial, desto mehr Feuchtigkeit wird nach Außen abgegeben – das hat aber seinen Preis.

5. Klaustrophobie

Es kommt der Moment, dass es einem zu kalt, zu windig oder zu nass wird und man sich komplett in den Biwaksack zurückziehen möchte. Wer jedoch Probleme mit kleinen, engen Quartieren hat, wird vom Biwaksack nicht gerade begeistert sein.

 

Anna

Abenteuer sind meine Leidenschaft, die Natur ist mein Spielplatz!

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