Packliste für meine Trekkingtour auf dem Cape Wrath Trail

In nur wenigen Wochen wage ich mich an meinen 2. Versuch „Britain’s Toughest Trail“, den Cape Wrath Trail zu bezwingen – 370 km alleine zu Fuß durch die schottischen Highlands von Fort William bis nach Cape Wrath (der nördlichste Punkt vom schottischen Festland). Was ich alles auf dieser Trekkingtour mitnehme, findest du in dieser übersichtlichen Packliste.

Vor jedem Trekkingabenteuer werde ich wieder hippelig. Passt meine Ausrüstung noch? Was soll ich genau mitnehmen? Brauche ich neue Ausrüstung? Kann ich das alles tragen? Ich fange schon Monate im Voraus mit der Planung an. Unzählige Excel-Listen mit Ausrüstungsgegenständen inkl. Gewichtsangaben sammeln sich auf meinem PC. Jeder Gegenstand wird brav gewogen, damit am Ende ja nicht zu viel Gewicht zusammenkommt. Die Planung macht mir fast genau so viel Spaß, wie die tatsächliche Trekkingtour (aber wirklich nur fast).

Ausrüstung


 

Rucksack

Anfangs habe ich meinen Rucksack Deuter Aircontact 65+10L* für das Backpacken in Asien gekauft, aber irgendwann kam mir die brillante Idee, das große Ding mit nach Schotlland zu schleppen. Dass der Rucksack mit 2,9 kg kein Leichtgewicht ist, war mir schon klar, aber er war einfach so bequem und er hatte mir auf dem Kungsleden schon gute Dienste bewiesen! Dass das extra Gewicht aber letztendlich die Schmerzen im Knie verursachen würde, was meinen 1. Versuch auf den Cape Wrath Trail abrupt enden lies, das wusste ich da leider noch nicht. Ich habe mich schlussendlich entschlossen, auf den ultraleichten Rucksack Bergans Helium 55L* umzusteigen, da ich hier am meisten Gewicht einsparen kann. Jetzt sind es 1,9 kg weniger!
 

Zelt

Das Hilleberg Nallo 2 gehört bestimmt nicht in die Kategorie ultraleicht, aber das Platzangebot und die Sturmsicherheit machen es für mich einfach unschlagbar. Meine Unterkunft ist auf Tour mein Rückzugsort, mein sicherer Hafen und der sollte möglichst verlässlich sein. Da nehme ich auch gerne ein paar extra (Kilo-)Gramm in Kauf.
 

Schlafsack & Isomatte

Wenn ich eines von meinen Trekkingtouren gelernt habe, dann ist es dass eine erholsame Nacht das Leben um einiges leichter macht und das erreiche ich nur, wenn mir nachts nicht kalt ist. Ich gebe es offen zu, ich bin eine Frostbeule. Und da ich eher in den nördliche Regionen Europas unterwegs bin, habe ich mehrere Schlafsäcke für frostige Temperaturen zugelegt. Mein neuer Begleiter ist der Cumulus Lite Line 400, den ich ein bisschen aufgemotzt habe. So habe ich mich nur für einen halben Reißverschluss entschieden (warum gibt es überhaupt den Reißverschluss bis zum Fußende??) und 50 Gramm mehr Daunen reinstopfen lassen. So sollte ich zumindest bei Temperaturen bis zu 0°C gut schlafen können. Der Schlafsack wird auf dem Cape Wrath Trail seinen ersten Einsatz erleben. Mal schauen, was der so hermacht. Meine alt-bewehrte Exped Synmat kommt auch wieder mit. Sie wiegt fast nichts, isoliert wunderbar, ist super bequem und hat mich schon auf vielen Abenteuern begleitet.
 

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht (g)
Schlafsack Cumulus Lite Line, Custom 450

1

786
Gesamtgewicht
4576

 

Kleidung

Bei einem Abenteuer in Schottland muss die Kleidung hauptsächlich eines sein: wasserfest! Wie sagt man doch gleich so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Meine Hardshell Jacke von Houdini ist zwar etwas schwerer als die durchschnittliche Regenjacke, hält aber deutlich mehr aus. Sie ist nicht nur robust, sondern auch atmungsaktiv, sodass man beim Wandern nicht gleich im Schweiß badet.

Bei den Schuhen habe ich mich für ein paar stabile Trekkingstiefel von Meindl entschieden. Da ich vor allem im weglosen Gelände unterwegs sein werde, brauche ich Schuhe, die mein Fußgelenk gut unterstützen und ein mögliches umknicken verhindern. Hier ist mir die Stabilität des Schuhs deutlich wichtiger als das Gewicht. Auch wenn jede 100 Gramm an den Füßen sich als 1 Kilogramm am Rücken auswirken, das nehme ich in Kauf.

Kleidungsstück

Anzahl

Gewicht (g)
Funktions T-Shirt

1

97
Schlafbekleidung (Langarmshirt + Leggings + Socken)

1

354
Sport-BH + Unterwäsche

1 + 6

100
Handschuhe The North Face

1

46

1

45
Mütze

1

50
Gesamtgewicht
1254

 

Reiseapotheke & Hygiene

Deo, Shampoo/Duschgel oder Waschmittel suchst du hier vergeblich. Was ich nicht täglich brauche, werde ich mir nur an meinen Ruhetagen gönnen und am jeweiligen Campingplatz kaufen (oder mir zuschicken).

Reiseapotheke

Insektenspray Smidge 100 ml*
– Schmerzmittel (Ibuprofen/Paracetamol)
– Durchfallmittel (Carbo)
– Verband
– Sterile Kompressen
– (Blasen-)Pflaster
– Sporttape
– Sicherheitsnadel
Voltaren Schmerzgel 60 g*
Scholl Fußcreme 75 ml*
Gesamtgewicht (g): 370

Hygiene

– Sonnencreme/Tagescreme 50 ml
Denttabs*
– (Nagel-)Schere
– (Zecken-)Pinzette
– Ohrstöpsel
– WC-Papier/Taschentücher
– Tampons
– Desinfektionstücher
Gesamtgewicht (g): 150

 

Kochen & Essen

Bis zu einer Woche muss ich mich von dem Ernähren, was ich in meinem Rucksack mittragen kann, denn Supermärkte sucht man in den dünn-besiedelten Highlands vergeblich. Nur alle 6 Tage komme ich in die Zivilisation zurück für einen Ruhetag und kann meinen Proviant aufstocken. Gezwungenermaßen muss ich dafür hauptsächlich auf leichte aber teuere, gefriergetrocknete Expeditionsmahlzeiten zurückgreifen, denn sonst geht das ganz schön ins Gewicht. Doch mit etwas Kreativität schaffe ich es, mich auf 500 Gramm Essen pro Tag zu beschränken und dabei nicht meine Reisekasse zu sprengen.

Gegenstand

Anzahl

Gewicht (g)
Faltbarer Gaskocher + Standfuß*

1

152
Kochtopf 0,8L

1

204

1

10
Feuerzeug/Streichhölzer (wasserfest)

1

25
Essen für 6 Tage inkl. Packsack

1

3000
Gesamtgewicht
4054

 

Kameraausrüstung & Elektronik

Als leidenschaftliche Fotografin MUSS meine Kameraausrüstung unbedingt mit auf Tour. Ich habe Gewicht gespart, wo es nur ging, aber trotzdem schleppe ich ca. 1,5 kg nur für meine Fotografie mit mir rum. Manchmal frage ich mich warum ich mir das alles antue, aber wenn ich dann am Ende einer Reise auch nur eine handvoll schöner Bilder geschossen habe, hat es sich für mich schon gelohnt. Ansonsten brauche ich nicht viel Elektronik unterwegs. Da ich in den meisten Regionen kein Handynetz habe, bleibt das Handy meist aus (nur für das gelegentliche, obligatorische Selfie findet das Handy einen Weg aus meiner Jacke). Ein paar Kamera-Akkus, 1-2 Ladekabel, eine Powerbank und ein Ladegerät machen meine Elektroniksammlung komplett. Zu meiner Sicherheit (und zur Beruhigung meiner Familie) habe ich den GPS-Tracker Spot Gen3 dabei, damit ich im Notfall einen Notruf (Not-SMS) absetzen kann.

Elektronik

Anzahl

Gewicht (g)
Kamera Akkus

4

168
Kabelauslöser Kamera

1

118
Stecker + Ladekabel Handy

1

53
Sportuhr

1

56
Gesamtgewicht
2308

 

Sonstiges

Alle übrigen Sachen, die nicht zu den anderen Kategorien passten, sind hier aufgelistet.

Gegenstand

Anzahl

Gewicht (g)
Sonnenbrille Oakley + Hülle

1

35
Gamaschen Extremities

1

220

1

355
Wiederverwendbarer Müllbeutel Fjällräven

1

45
Schnur

1

15
Gesamtgewicht
851

 

Gesamtgewicht (kg)

Ausrüstung
4,58
Kleidung
1,25
Reiseapotheke
0,37
Hygiene
0,15
Kochen & Essen
4,05
Kameraausrüstung & Elektronik
2,31
Sonstiges
0,85
Gesamtgewicht
13,6 kg

 

Nachdem ich beim ersten Wanderversuch auf dem Cape Wrath Trail kläglich gescheitert bin, habe ich meine Ausrüstung erfolgreich abgespeckt. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt und statt guten 18+ kg habe ich jetzt lediglich 13,6 kg dabei (ohne Wasser) – ein Gewichtsunterschied von fast 4,5 kg(!), der sich definitiv bemerkbar macht. So kann ich jetzt bis zu 6 Tage am Stück autark leben, ohne mich dabei zu Tode zu plagen – mein Rücken und meine Knie sind mir dankbar.


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Anna

Abenteuer sind meine Leidenschaft, die Natur ist mein Spielplatz!

2 Kommentare

  • Hoi Anna,

    ich denke das Nallo 2 ist OVERKILL für eine Person. Sicher ist es gut in schlechtem Wetter und hat eine Menge Platz, aber das hat auch zB mein HMG UltaMid2, und das wiegt knapp 540 g – das Inner würde noch mal mit 410 g zuschlagen, aber selbst das ist noch unter einem kg. Auch diese Kombi schlägt sich sehr gut in Scheisswetter und Sturm und bietet einen Rückzugsort gegen die Midges. Nur mal so als Idee wenn Du doch noch etwas Gewicht bei der Ausrüstung sparen möchtest!

    • Lieber Hendrik, da gebe ich dir völlig recht, beim Zelt könnte ich noch einiges an Gewicht sparen. Nur leider kostet ein HMG UltraMid2 ja ohne Innenzelt bereits das, was ein Hilleberg Nallo 2 komplett kostet. Ein neues Zelt (und die damit verbundene Investition von knappen € 1000,-) kann ich mir momentan einfach nicht leisten. Da muss ich Abstriche machen und arbeiten mit dem, was ich habe.

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Anna

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